Mittwoch, 24. August 2011

Hoch hinaus

Das war unser Motto am letzten Samstag. Bonscho und ich hatten ja dem lieben Markus zum Geburtstag einen Triumviratstag geschenkt, der damit beginnen sollte, uns tatsächlich ein wenig sportlich zu betätigen. Dafür fuhren wir nach Heist bei Uetersen, um den sich dort befindenden Hochseilgarten zu besuchen. Wie sportlich das Ganze dann werden würde, das war uns anfangs noch gar nicht richtig klar, erst recht nicht mit Hinblick auf die weiterhin geplanten Aktivitäten des Tages. Wir hatten nämlich noch ein leckeres Steak im Redox House bei mir um die Ecke reserviert sowie eine Bowlingbahn bei Gilde Bowling 44 im Othmarschen Park gebucht.
Das ist er also, der Hochseilgarten

Um 10:00 Uhr hatten wir uns zum Treffen vor dem Eingang des Hochseilgartens verabredet, um ausreichend Zeit dort verbringen zu können. Grob hatten wir mit vier Stunden Aufenthalt gerechnet, die man locker dort kletternd zubringen und zwischendurch noch ein oder zwei kurze Pausen einlegen könnte. Am Ende waren wir bei sechs Stunden gelandet, hatten aber tatsächlich nur zwei recht kurze Pausen eingelegt. Mit anderen Worten: Wir hatten den Hochseilgarten ein wenig unterschätzt. Da halfen auch unsere Überlebenskünstler-T-Shirts, die wir im letzten Jahr auf der gamescom gewonnen hatten, nicht.

Sieht sicher aus und hält
Die allererste Abfahrt!
Als wir unsere Sicherheitsgeschirre angelegt, den üblichen Haftungsausschluss bei eigener Blödheit unterschrieben und bezahlt hatten, ging es an die Sicherheitsunterweisung. Vor uns war ein Kindergeburtstag mit lauter 10- bis 12-jährigen Mädchen angekommen, denen wir uns zur Sicherheitsunterweisung anschlossen, um nicht 20 Minuten untätig warten zu müssen. Der Trainer, der die Unterweisung machte, wirkte ein wenig wie der Lehrer aus South Park, denn jeden Satz beendete er mit einem langgezogenen "Okaaayyy". Na ja, die Unterweisung ging glücklicherweise recht schnell vorbei und dann durften wir endlich ans Eingemachte.
Da lachen sie noch
"Kinderspiel!"
Die erste Strecke war höhentechnisch noch wenig aufregend und hielt sich im Bereich zwischen einem und zwei Metern. Dafür konnte man so relativ entspannt die verschiedenen Arten von Hindernissen kennenlernen, ohne das Gefühl zu haben, in die Tiefe stürzen zu können.
"Zieht mich hoch!"
Da hängt er in den Seilen
Und das war auch ganz gut so, denn die Hindernisse selbst bieten schon genügend Potential abzurutschen, umzufallen, hängenzubleiben oder sonstwie das Gleichgewicht zu verlieren und damit den eh schon wackeligen Halt unter den Füßen.
Verrutscht, im doppelten Sinne
Abfahrt!
Das merkten wir auch recht bald und so stellte sich das ein oder andere Mal ein angenehmes, Adrenalin-verursachtes Kribbeln ein, das insbesondere dann zu spüren war, wenn es galt, einen Abgrund wie Tarzan am Seil schwingend zu überqueren. Trotz des Wissens um unsere doppelte Sicherungsleine blieb die Höhe ja dieselbe.
Am Ende jeder Strecke wartete eine Seilbahn auf die Kletterer, ein sehr entspannender Ausgleich zu den Strapazen davor und fast so etwas wie eine kleine Belohnung für die Mühen.
Alles roger!
Entspannte Fahrt
Nach der ersten Strecke wagten wir uns in höhere Gefilde vor, wobei schon langsam das an diesem Tag oft zitierte "Gefühl von Höhe" aufkam.
Hin und wieder kamen dann auch neue Hindernisse, öfter aber Variationen bekannter Arten vor. Entspannte Fahrten wie in einer kleinen Gondel oder einem Ring gab es eher selten, die meisten Hindernisse erforderten vollen Körpereinsatz, um sie zu überqueren. Und so manches anfangs noch einfach aussehende Hindernis offenbarte sich während der Bewältigung als weit anstrengender als gedacht.

Auf dem Weg
Geschafft!
So kamen wir denn auch gut ins Schwitzen, zu dem das glücklicherweise gute Wetter sein übriges tat.
Trotz der kleinen Pausen waren wir also schon ein wenig erschöpft, als wir uns schließlich an die letzte Strecke wagten, die uns über die 10 m Marke hinaus führen sollte in Richtung der Baumwipfel. Laut eines Kommentars eines der Trainer, die allesamt immer einen lockeren Spruch auf den Lippen hatten, brauchen sportliche Leute wohl so eine Dreiviertel- bis eine Stunde für den Parcours.
Aufgrund von ein paar Wartezeiten und hin und wieder ein wenig Überwindungszeit benötigten wir locker das doppelte dieser Zeit.
Ganz schön weit
Aber natürlich kein Problem!
Zwischendurch verließen Markus leider auch die Kräfte und er musste den schnellen Weg nach unten antreten. An dieser Stelle nochmals meine Anerkennung für diese Ehrlichkeit, auch wenn's genagt hat. Weder von Bonscho oder mir, noch von einem der Trainer gab es deswegen Geläster oder blöde Sprüche, denn die letzte Strecke war wirklich anstrengend. Bonsch und ich waren auch beide froh, als wir die letzte, verdammt lange Seilbahn nach unten fuhren und die Strecke damit beendet hatten.
Unten angekommen, nahm Markus uns in Empfang und gratulierte zum Sieg über die Strecke und unsere Erschöpfung.
Einfach mal entspannen
Meine armen Knie!
Nach einer dringend benötigten Dusche ging es dann an den entspannten Teil des Tages.
Im Redox House, das keine Viertelstunde Fußweg von mir entfernt ist, gönnten wir uns ein leckeres Steak und ein schönes, kühles Köstritzer. Das zweite war so gut, dass ich es gleich dem ganzen Tisch zugute kommen ließ, was für Markus ein paar Flecken auf Hemd und Hose bedeutete. Schlimmeres konnte er dank seiner durch seine Kinder antrainierten Reaktionsfähigkeit abwenden. In der Folge gab es einiges Gelächter seitens der Bedienung, die es sich nicht nehmen ließ, die Situation humorvoll zu kommentieren.
Neuer Job: Handschuhmodell
Dem Himmel so nah
Zum Glück blieb es aber bei ein paar Flecken, einem zerstörten Glas (das immerhin nicht auf der Rechnung auftauchte) und den Witzeleien. Peinlich war es mir ja schon, dennoch bekam ich sogar anstandslos ein neues Bier, diesmal in einem größeren, stärkeren Glas mit der augenzwinkernden Bitte, es nicht wieder zu verschütten.
Nachdem wir uns so gestärkt hatten, hieß es Abfahrt in Richtung Süden, nach Othmarschen, um genau zu sein. Bei unserer Ankunft war noch überraschend wenig los, wir waren zeitweise die einzigen Bowler der gesamten Anlage. Nach und nach wurde es dann voller und wir bowlten nicht mehr ganz alleine.
Danke Alex!
Verdammt lecker
Den klaren Punktsieg des Abends fuhr Bonsch mit einer gelungenen Runde ein, bei der stolze 152 Punkte erzielte. Der zweite Platz ging an mich mit 135 Punkten und Markus musste sich leider mit einem dritten Platz zufrieden geben, seine Höchstpunktzahl lag bei 124 Zählern. Dennoch hatten wir alle drei jede Menge Spaß und lobten auch die guten Leistungen der anderen, etwa bei einem schönen Strike oder einem geschickten Spare.
"Ich komm' jetzt rauf!"
Mitten im Wald
Gegen elf Uhr kehrten wir dann wieder bei mir ein und der Plan war, den Abend entspannt ausklingen zu lassen bei ein paar Gläschen leckerer Getränke und schmackhaften Süßwaren.
Bei den Getränken beschränkten wir uns dann doch auf Cola, denn ich machte einen entscheidenden "Fehler": Ich wollte Markus nur kurz eine meiner Spiele-Neuerwerbungen demonstrieren, Super Meat Boy.
Ich geh' mit meiner Laterne...
Abwärts aka Zwischenlandung
Aus der kurzen Vorführung wurde schließlich eine ausgedehnte Gaming-Session, selbst Bonscho konnte sich schließlich nicht mehr halten, obwohl er seiner eigenen Aussage nach kein Gamepad-Spieler ist. Dennoch entfachte das im Grunde simple Spielprinzip einen unglaublichen Wettbewerb in dem Bestreben, einen Level noch schneller, noch besser durchzuspielen. Und dann gab es da ja auch noch...
Häng dich voll rein!



Hier kommt Bonscho!










Ins Netz gegangen
Mein Freund, der Baum
Die Abfahrten werden länger
Auf nach oben!
Ein Gefühl von Höhe
On top of the world
Ich bahne mir meinen Weg
Er entspannt schon...












... während wir noch weiterkämpfen
Die letzten Hindernisse















Ein kurzer Zwischenstopp
Die letzte Abfahrt















Am Ende: Entspannung

Montag, 22. August 2011

Massenproduktion

Nachdem ich erfahren hatte, dass IKEA sein Effektiv-Sortiment zum Jahresende einstellen wird, machte ich mich auf, meine Schubladenschränke zu besorgen, um meine Comics unterbringen zu können. Dabei änderte ich meine Planungen auch noch ein klein wenig, sodass ich nicht mehr weiter vorsah, noch ein Blech als verlängerte Schubladenrückwand einzusetzen. Außerdem sah ich nicht länger beide Schubladen des Sets für den Einsatz vor, sondern nur die untere, größere. Aus Stabilitätsgründen zog ich es vor, mir die Arbeit an den kleineren Schubladen zu ersparen und lieber die Kosten für mehr Schubladensets auf mich zu nehmen. Dafür fiel der ursprünglich geplante fünfte Turm weg (wenngleich ich ob der Abkündigung überlege, den doch noch dazu zu kaufen, um ein wenig mehr Stauraumpotential zu besitzen).
Am vorletzten Freitag beschloss ich also spätnachmittags, zu den Schweden aufzubrechen und meine Schränke einzukaufen. Diese Planung wurde ein wenig nach hinten verschoben durch die Tatsache, dass mein Auto sich nicht wie gewohnt per Fernbedienung öffnen lassen wollte. Auch die Ersatzfernbedienung brachte keine Besserung, also war klar, dass es (mal wieder) an der Batterie liegen musste. In meiner eigentlichen Begeisterung für meinen Einkauf entschied ich mich dann spontan für das einzig richtige: Eine neue Batterie. Also (mit dem Bus) auf zum nächsten Baumarkt, Batterie (und sogar Polfett) eingepackt und wieder (mit dem Bus) zurück. Batterie flugs eingebaut, mal wieder verjagt dank der Alarmanlage, Werkzeug wieder wegverfrachtet und dann endlich losgebraust nach Schnelsen.
~1,50m, 220 kg!
Durch die Verzögerung kam ich mitten in den übelsten Feierabendverkehr (ich glaube, ich erwähnte bereits, dass es Freitag war) und so dauerte die Anfahrt ein wenig länger. Dafür war ich drinnen angenehm zügig durch, brauchte ich die Teile doch nur bei einem Mitarbeiter bestellen und einzig den Bestellzettel und drei Päckchen mit Griffen aus dem eigentlichen Markt schleppen. Um die Wartezeit auf meine Teile zu verkürzen, gönnte ich mir zwei Hot Dogs mit einer Cola und schaute den anderen Kunden bei ihren teilweise arg ungeschickten Manövrierversuchen zu. Sehr amüsant so manches Mal.
Dann endlich war meine Bestellung fertig und ich konnte meinen Wagen mit 21 Kartons und einem Gesamtgewicht von 219 kg in Empfang nehmen. Das Ganze dann relativ fix ins Auto verladen und durch den zähen Verkehr wieder nach Hause. Dort wartete der anstrengendste Teil von allen: Sämtliche Teile von meinem Auto in den zweiten Stock in meine Wohnung schaffen. Die ersten ein, zwei Fuhren gingen noch recht leicht von der Hand, aber mit jedem Mal wurden meine Arme zusehends länger und schwächer. Als endlich alle Pakete oben angekommen waren, hatte ich auch das ein oder andere Gramm über Schweißausscheidungen verloren.
benötigte Schubladenteile
nicht benötigte Schubladenteile
Nach einer dann dringend benötigten Dusche ging es an die Vorbereitungen, was in erster Linie bedeutete, Pakete auszupacken und Bretter abzuwischen, um die Bohrstaubreste zu entfernen, die generell Bestandteil jedes IKEA-Paketes sind. Ich fing mit den Schubladen an, da diese eine Menge Arbeit mit sich brachten durch meine vorgesehenen Modifikationen. Außerdem konnte ich die nicht benötigten Teile direkt aussortieren und separat sammeln. Falls jemand Teile davon benötigen sollte, gerne melden, noch ist alles da.


demontierte Verriegelung
Nachdem alles an Schubladenteilen ausgepackt und schon sortiert war, konnte ich mit den ersten Schritten beginnen. An den jeweils rechten Schienenelementen war eine Verriegelung angebracht, die ein gleichzeitiges Öffnen beider Schubladen verhindern sollte. Da in meinem Fall sowieso nur eine Schublade übrig bleiben sollte, konnte ich diese Verriegelung komplett demontieren.







Hightech-Vorrichtung
im Praxiseinsatz bewährt
Nun wurde es Zeit für die erste, tatsächliche Modifikation. Um nicht unnötige Teile in meine Schränke zu verbauen, entfernte ich die jeweils obere Schubladenschiene von den Trägerelementen. Da die Schienen aber nicht verschraubt, sondern vernietet sind, konnte ich diese Verbindung nur lösen, indem ich die Nieten mit der Bohrmaschine zerbohrte. Dazu bohrte ich mit einem 4 mm Bohrer vor und mit einem 8 mm Bohrer hinterher, um die Nieten zu zerstören.


gesammelte Werke
nach fest kommt ab
Dabei zerstörte ich auch meinen 3 mm Bohrer, mit dem ich ursprünglich vorbohren wollte. Zum Glück blieb dann aber im weiteren Verlauf alles heil, was heil bleiben sollte und so stapelten sich bald die Einzelteile neben mir. Nach insgesamt 28 aufgebohrten Nieten war dieser Schritt erfolgreich abgeschlossen und ich konnte die angefallenen Späne und kaputten Nieten entsorgen.

frisch und unberührt
Als nächstes kamen die Schubladenfronten an die Reihe. Da ich Fronten brauchte, welche die gesamte Fläche abdecken müssen, konnte ich nicht die eigentlich für die Schubladen vorgesehenen Fronten nehmen, da diese zweigeteilt sind. Also kaufte ich die Fronten, die für Hängeregisterrahmen vorgesehen waren. Die vorhandenen Bohrungen konnte ich natürlich nicht gebrauchen und so musste ich sämtliche Platten entsprechend bohren. Da ich schon ein einzelnes Schubladenelement besaß, konnte ich die dort verwendeten Maße übernehmen und musste nicht gänzlich von vorne beginnen, was sehr angenehm war.

drei von links, vier von unten
Bohrung für Haltestange
Anschlag 25 mm, drei von links, zwei und vier von unten
Bohrungen für Halter
mittig, unterste Reihe, je vier nach links und rechts
Bohrungen für Griff
die fertig gebohrte Frontplatte
Schlossschrauben sitzen































Um nicht Platz zu verschwenden, baute ich die Schubladen noch nicht gleich zusammen, sondern immer erst direkt vor dem Einsetzen in die Schienen. Deswegen folgten nun die eigentlichen Elemente, beginnend jeweils beim Sockel und gefolgt von zwei Anbauelementen. Die Verbindung der Elemente erfolgt wie mittlerweile üblich bei IKEA mit Schlossschrauben in allen vier Ecken. Dabei musste ich aufpassen, erst die Module zusammenzubauen und dann die Schubladenschienen einzusetzen, da letztere sonst die Schlossschrauben unzugänglich machten.
sichtbare Schlossschraube
mit angezogenem Schloss














ein fertiger Turm
mit Schubladenschienen















befestigte Halter
Schublade in Einzelteilen








fertig zusammengesetzt
Haltestange angesetzt...












... und fixiert
komplett











der erste Turm
das fertige Meisterwerk
Stück für Stück wuchs meine neue Schrankwand so auf das (momentan) endgültige Maß an. Ich bin ziemlich angetan von dem Ergebnis und freue mich jetzt auf die Befüllung und damit Benutzung der Schubladen.
Neben einer möglichen Erweiterung um einen fünften Turm denke ich auch über die Möglichkeit nach, mit den gleichen Anbauelementen und Glastüren in die Höhe zu erweitern. Sollte ich mit den gebotenen Türen zufrieden sein, hätte ich dann erste Unterbringungsmöglichkeiten für Figuren gefunden. Dann müsste ich mir noch Gedanken über Beleuchtung machen und wie ich die Ansteuerung letztendlich realisiere, aber es wäre ein riesiger Fortschritt. Damit befasse ich mich aber wohl erst, wenn ich aus Japan zurück bin (auch schon des Geldes wegen).


P.S.: Mein Dank geht an die Emirates-Fluglinie. Durch die bei meiner China-Reise gesammelten Meilen konnte ich mir im Prämienshop (Emirates High Street) den Bosch IXO-Akkuschrauber gönnen, der gerade rechtzeitig kam, um mir die Arbeit merklich zu erleichtern. Astreine Sache!

Sonntag, 21. August 2011

Avengers assemble!

Auf genau diesen Spruch von Captain America warte ich nach dem Genuss seines Solo-Kinofilms am Mittwoch mehr denn je. Der Film war erste Klasse, sowohl Chris Evans als Steve Rogers als auch Hugo Weaving als Johann Schmidt aka Red Skull waren super in ihren Rollen und verleihen dem Film die richtige Würze.
Die Actionszenen können sich auch sehen lassen und machen auch in 3D einiges her. Richtig schönes Superhelden-Popcornkino!
Gegenüber der Comicvorlage haben sich die Filmemacher natürlich die ein oder andere Freiheit beziehungsweise Änderung erlaubt, was aber keineswegs schadet oder den Film und seine Geschichte schlechter macht.
Als Fan von Marvel-Helden natürlich ein Muss, aber auch Freunde gepflegter Actioner können dem Film durchaus einiges abgewinnen. Anschauen!
P.S.: Und auch hier gilt wieder: Wer sitzenbleibt, sieht mehr!

Freitag, 19. August 2011

Wie die Zeit vergeht...

... merke ich immer am ehesten an meiner Schwester und meiner Patentochter. Beide wurden in den vergangenen Tagen eingeschult - meine Patentochter besucht nun die Grundschule, die auch ich vor 22 Jahren das erste Mal betrat, während meine Schwester sich von genau dort mit einer Aufführung für die neuen Erstklässler zum Gymnasium verabschiedete. Es ist schon erstaunlich, wie schnell die Zeit mittlerweile vergehen zu scheint, obwohl jeder Tag auch weiterhin 24 Stunden und jede Minute 60 Sekunden zählt.

Am Mittwoch fand die (Neu) Einschulung meiner Schwester statt, ich besuchte sie nachmittags noch kurz zwecks Einnahme von Kaffee und Kuchen. Außerdem hatte ich eine Kleinigkeit organisiertdie sie hoffentlich noch eine Weile begleiten wird. Ausgehend von einem Lamy Kugelschreiber aus der AL-star Serie, den ich vor langem von meinem Vater bekam (in "silver green"), kaufte ich ein ebensolches Modell in der Farbe "oceanblue", ein schöner, tiefer Blauton. Nun ist aber nicht nur blau die Lieblingsfarbe meiner Schwester, nein ich hatte mir auch eine Gravur einfallen lassen. Da ich sie seit jeher mit dem Wort "Monsterkind" aufziehe, kam ich nicht umhin, genau dies in den Stift gravieren zu lassen. Sie hat sich auf jeden Fall gefreut und ein kleiner Lacher war das Ganze natürlich auch.
Am nächsten Tag war dann die kleine Maus dran mit ihrer Ersteinschulung. Kaum zu fassen, dass schon über sechs Jahre vergangen sind. Auch meine Patentochter wollte natürlich besucht werden und rief dazu sogar vorher (mit Hilfe von Mama) bei mir an, um mich persönlich einzuladen. Ich hatte aus Zeitmangel meine ursprüngliche Idee, eine Schultüte in Form eines großen Reagenzglases herzustellen, leider verwerfen müssen und war auf die Schnelle auf etwas einfacheres umgestiegen. Ich hatte noch eine flache Holzkiste mit recht dicken Wänden, die ich mit den Büchern und Heften von Danica und mir befüllte. Ein Moosgummi-Herz mit dem Namen der Kleinen tackerte ich an die Rückwand und streute ein paar Glitzer-Geschenke über das Ganze und legte dekorativ eine Luftschlange dazu. Als kleine Reminiszenz an meine ursprüngliche Idee stellte ich ein kleines Plastikröhrchen dazu, in das ich ein Stück grünes Moosgummi steckte, so dass es aussah, als befände sich eine grüne Flüssigkeit darin. Insgesamt kam die Kiste auch sehr gut an und es mussten natürlich auch gleich ein paar der Bücher vorgelesen werden. Später wurde dann noch getobt und getanzt, Kuchen gab es auch.

Zwei durchaus bedeutsame Tage für die kleinen (oder auch gar nicht mehr so kleinen) Mädchen und immer noch Verwunderung von meiner Seite über die Geschwindigkeit, mit der diese Ereignisse eintreten.

Let's go Murphys!

Der Schlachtruf der Fans der Band Dropkick Murphys, die am vergangenen Dienstag auch in Hamburg auf der Bahrenfelder Trabrennbahn spielten. Danica und ich hatten uns Karten dafür gekauft, neugierig auf einen Live-Auftritt der auf Studioalben schon interessanten Band.
Einlass war schon um 16:00 Uhr, da Nica noch arbeiten musste, waren wir erst gegen 16:45 Uhr da, ungefähr eine Viertelstunde vor geplantem Konzertbeginn. Um 17:00 Uhr sollte, laut Ticketaufdruck, das Konzert beginnen. Dass eine Vorband spielen würde, war klar, dass es zwei werden würden nicht, aber okay, warum auch nicht.
Die erste von beiden begann dann allerdings erst kurz vor sieben Uhr, nachdem wir also schon zwei Stunden warteten. Viel zu sehen gab es nicht, das Platzlayout hatte sich seit Sonntag nicht geändert. Was sich glücklicherweise geändert hatte, waren die Untergrundverhältnisse. Mittlerweile war der Platz getrocknet und mit Kies bedeckt worden, sodass nur eine geringe Bodenfeuchtigkeit herrschte, was sehr angenehm war. Nicht so angenehm war dafür die im Vergleich zu Sonntag geringere Temperatur, was allerdings auch daran lag, dass wir dieses Mal nicht direkt in der Menge standen.
Die erste Vorband, die spielte, nennt sich Montreal und kommt aus Hamburg. Die drei Jungs haben sich ehrlich bemüht ein wenig Stimmung zu machen und waren insgesamt total lustig drauf. Auch die Songs, deren Namen mit Pullover oder Maurer schon komisch klingen, strotzen vor gewollt schlechten Reimen, die zum Lachen anregen. Anspieltipp an dieser Stelle: Endlich wieder Discozeit. Ein verdammter Ohrwurm, aber totale gute Laune Musik. Mein persönliches Highlight des Abends und der Grund, weshalb ich mir gleich eine CD von Montreal zugelegt habe neben dem obligatorischen Tourshirt der Hauptband.
Face 2 Face war Vorband Nummer zwei, mir bis dahin nicht bekannt und ich werde auch nach dem Auftritt kein Fan werden. Sie waren nicht schlecht, aber in meinen Ohren auch nicht so gut oder gar besonders, dass ich sie öfter hören musste. Als Hintergrundmusik in Ordnung, aber ich werde mir wohl keine CD's kaufen.
Um 20:40 dann endlich, mehr als viereinhalb Stunden nach Einlass und knapp vier Stunden nach unserer Ankunft, spielten dann auch die Dropkick Murphys. Ein meiner Meinung nach souveräner Auftritt mit den großen Songs, viel vom aktuellen Album Going out in Style. Allerdings war nach einem Zugabensong (immerhin der Klassiker Boys on the Docks) auch schon Schluss und da hatten die Jungs gerade mal an der 90-Minuten-Marke gekratzt. Allerdings war der Abend dann auch schon (wider Erwarten) lang genug gewesen, insofern hielt sich die Enttäuschung darüber in engen Grenzen. Außerdem waren wir froh, von einigen der angetrunkenen und scheinbar streitlustigen Besucher wegzukommen. Direkt vor uns fing ein Typ nämlich ständig völlig unkontrolliert an zu "tanzen" und mit seinen Armen zu rudern, dass wir Angst hatten, er würde noch einen von uns treffen. Der Kerl war richtig nervig, da bekam ich schon Gewaltphantasien.
Zusammenfassend also ein netter Abend mit guter Musik, nur leider von den Organisatoren schlecht gemacht oder schlecht informiert. Die Wartezeit hätte man sich nämlich auch gerne schenken können.

Montag, 15. August 2011

Arschloch Sommer!

So forderte Thomas Lindner, seines Zeichens Sänger der Band Schandmaul, uns auf, in den Himmel zu schreien. Heute fand auf der Bahrenfelder Trabrennbahn das Doppelkonzert von Schandmaul und In Extremo statt und da es sich um ein Open Air Konzert handelte, war der Wunsch nach Regenlosigkeit entsprechend groß gewesen. Da wider alle Hoffnung doch überall das Wasser stand und sich gerade hinter dem FoH-Turm eine riesige Pfütze, die schon als Teich durchging, gebildet hatte, war die Sauerei dementsprechend groß. Das gesamte Areal war vermatscht und es war unmöglich, sauberen Fußes auch nur in die Nähe der Bühne zu kommen. So habe ich mir an diesem einen Abend meine Klamotten weit mehr verdreckt als über die gesamte Zeit in Wacken. Auch mal eine Leistung. Dennoch hielt das die Zuschauer natürlich nicht vom Feiern ab und mehr als einmal erwähnten die Bands das auch lobend.
Die beiden Bands waren dennoch super drauf und haben echt richtig schöne Shows abgeliefert. Mitsingpotential gab es natürlich zuhauf, was auch extensiv genutzt wurde, sofern denn Textkenntnis vorhanden war. Bonscho, Franzi, Danica und ich hatten auf jeden Fall unseren Spaß, der teils auch erst durch die witterungsbedingten Umstände entstand. Einige der Zuschauer ließen es sich nicht nehmen, den Matsch auf den umstehenden Leuten zu verteilen, sei es absichtlich oder ungewollt. Am Ende lag dann auch tatsächlich noch einer mit dem Rücken im Matsch, glücklicherweise hat Nica sogar rechtzeitig den Auslöser der Kamera betätigt (Photo folgt).
Schandmaul spielten eine tolle Mischung aus Klassikern und neueren Songs und sorgten so für prima Tanzstimmung, was schließlich in einer "Wall of Polka" mündete (O-Ton Thomas Lindner). Durch den Matsch eine Riesenschweinerei, aber immerhin war es ja nicht kalt. Die Atmosphäre war klasse und es wurde kräftig gefeiert, bis die Jungs und Damen dann für die zweite Gruppe von Akustikkünstlern die Bühne räumten.
In Extremo schaffte es dann locker, noch einen oben draufzusetzen. Nicht nur schraubten sie die Lautstärke noch einmal weiter nach oben, sie brachten auch einiges an Pyro-Show auf, um der Menge sprichwörtlich einzuheizen (was bei der vorherrschenden Luftfeuchtigkeit sehr positiv aufgenommen wurde). Auch das Siebengestirn fuhr eine erstklassige Setlist auf, um die Stimmung nicht nur zu halten, sondern noch zu steigern. Spätestens beim Spielmannsfluch ließ dann so langsam die Stimmkraft nach, was aber niemanden wirklich vom Mitsingen abhielt.
Alles in Allem ein super Konzertabend zu einem fairen Preis für zwei tolle Bands hintereinander.
Kleine Anekdote am Rande: Wieder zu Hause angekommen, bin ich mittels meines Regenponchos ins Badezimmer getippelt und direkt noch mit den Schuhen an den Füßen in die Badewanne gestiegen, um wenigstens den gröbsten Dreck zu entfernen. Außerdem tat das warme Wasser meinen unterkühlten Füßen auch sehr gut, denn ich hatte nur meine Chucks angezogen, die schon weit vor Konzertbeginn durchnässt waren. Nun läuft gerade meine Waschmaschine im Hintergrund mit zwei Paaren Schuhen in der Trommel, die danach hoffentlich wieder tragbar sein werden. Klingt übrigens sehr witzig, selbst mit den Schuhen im Beutel hört sich das nach ordentlicher Randale an.

Sonntag, 14. August 2011

Super 8

Der Begriff Super 8 steht für:
  • Super 8 (Filmformat), ein Schmalfilm-Filmformat
  • Super-8-Runde, eine Wettkampfrunde des Cricket World Cup
  • Super 8 (Film), ein US-amerikanischer Film von Regisseur J. J. Abrams aus dem Jahr 2011
  • Super 8 (ECWA), ein Wrestling-Turnier der East Coast Wrestling Association
  • Super 8 (SRL), eine britische Rugby-Liga
  • Super 8 Hotels, eine US-amerikanische Hotelkette
Soviel zu den derzeit vorhandenen Wikipedia-Einträgen.

Am Samstag Abend bzw. Nacht, denn die Vorstellung begann erst um 22:50 Uhr, haben Danica und ich uns den als dritten Punkt genannten Film im Cinemaxx am Dammtor angesehen. Nach dem Trailer war ich ziemlich gespannt darauf, denn auch wenn gewisse Parallelen zu Cloverfield vom selben Regisseur nicht zu verleugnen waren, bedeutete das ja nicht zwingend, dass Super 8 nach demselben Muster gestrickt war.
Im wahrscheinlich kleinsten Kino (Nummer 5) fanden wir uns dann auch ein und warteten auf den Filmstart, der tatsächlich eine ganze Weile auf sich warten ließ, trotzdem nur eine recht magere Auswahl an Filmtrailern vorweg lief (von den Werbeclips mal ganz zu schweigen, ich sage nur Samsung Galaxy S II, oh man!).
Irgendwann ging es dann aber glücklicherweise doch los und das dann auch richtig. Beim Abmischen des Tons hatte wohl niemand mit einem derart kleinen Kino gerechnet, denn der entgleisende Zug am Anfang des Films war dermaßen laut, dass uns wirklich das Gefühl aufkam, mitten in den umherfliegenden Zugteilen und Explosionen zu sitzen. Mir gefiel das ziemlich gut, Nica war es stellenweise schon etwas zu laut. Mal sehen, was ich nach Erwerb der entsprechenden Blu-ray aus meiner Anlage rauskitzeln kann. Hallo Nachbarn!
Insgesamt ist der Film angenehm spannend und bietet eine meiner Meinung nach gelungene Mischung aus immer wieder eingestreuten, kleinen Schockeffekten (auch wenn manche ihre Wirkung eigentlich erst so richtig durch die hohe Lautstärke entfalteten) und dem einen oder anderen Lacher, die vor allem durch das Zusammenspiel der jungen Darsteller aufkommen. Kann ich also auf jeden Fall jedem empfehlen, der sich gerne mal ein winziges bisschen gruselt und ebenso gerne lacht. Man sollte natürlich bei einem Film mit einer Altersfreigabe ab 12 keine Splattereffekte erwarten, aber die hat der Film auch gar nicht nötig. Absolutes Muss ist auch der Abspann, bei dem man auch nicht einmal bis zum Ende warten muss, bis das "Bonusmaterial" läuft.