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Sonntag, 26. Juli 2020

Fuck you, Tinder

Heute Mittag habe ich meinen Tinder-Account gelöscht. Ziemlich angepisst. Oh, es könnte sein, dass ich in diesem Post etwas verschissen viel fluche.

Wieso hatte ich überhaupt einen Account bei dem Drecksladen? Im Endeffekt hat das mehr als Scherz angefangen, als eine Freundin meinte, das könnte mir helfen, jemanden kennenzulernen.
Mein altes Gammel-Smartphone zu dem Zeitpunkt konnte nicht einmal die verkackte App starten, was schon Zeichen genug hätte sein müssen. Allerdings lässt sich der Rotz auch per Webseite benutzen, sodass ich mich darauf verlegt habe.

Was mir direkt auffiel, ja gerade zu ins Gesicht gekotzt hat, ist die un-fucking-fassbare Oberflächlichkeit dieses beschissenen Services. Du kannst ein ganzes Dutzend Bilder von dir hochladen (da komme ich gleich noch zu) und dann wahnsinnige, geradezu exorbitant massive 500 (ja, fünf-scheiß-hundert!) Zeichen als Profiltext eingeben. Zum Vergleich: Nach dem zweiten Absatz dieses Posts war ich schon mehr als 50 Zeichen drüber. Da kannste natürlich schön detailliert deine komplette Lebensgeschichte niederschreiben … Der Text wird übrigens auch erst angezeigt, wenn man bewusst klickt. Was vermutlich erklärt, warum es so wenig ist, weil sich das eh kein Arsch durchliest, wenn er oder sie stattdessen schlampige Bilder hin und her wischen kann.
Mir ist natürlich klar, dass Tinder gar nicht erst damit wirbt, eine ernsthafte Partnervermittlung sein zu wollen, sondern vielmehr eine Anlaufstelle für läufige Singles (oder drecksverhurte Fremdgeher) darstellt, die sich durch die Bevölkerung vögeln wollen. Trotzdem gibt es viel zu viele Profile, in deren Beschreibungstext nur nach "etwas ernstem" gesucht wird. Mag sein, dass ich ganze Kacke am Ende selber etwas zu ernst genommen habe, aufregen tut mich die Scheiße trotzdem.

Die Profile kann man grob in mehrere Kategorien einteilen:
Da gibt es die ehrlichen, die auf den Photos schon so einen notgeilen Blick drauf haben und auch in ihrem Text (wenn denn einer vorhanden ist) ihr Gesuch äußern, endlich mal wieder "richtig gefickt" werden zu wollen. Mal drüber nachgedacht, dass euch das Leben scheinbar sowieso schon gefickt hat, wenn ihr bei Tinder nach sowas suchen müsst?
Dann sind da die ganz klaren Lügner, mit Photos schön von oben in die Tiefen des Ausschnitts, bei dem man direkt feststellen kann, ob sie komplett rasiert sind oder noch ein Streifchen vorhanden ist - aber im Text will man von "ONS oder F+" natürlich nichts wissen. Meine Fresse. Verpisst euch, ihr Fotzen.
Supersportler in trendigen Outifts und Posen sind natürlich en masse vorhanden. Ob nun Bouldern, (Kite) Surfen, Pole Dancing oder - ganz besonders beliebt - Yoga - sie sind alle dort zu finden. Und selbstverständlich ist man auch sonst ganz doll aktiv unterwegs und so. Und immer schön den Arsch in der engen Leggings in die Kamera halten, aber wehe, da guckt einer hin oder kommentiert das auch noch! Ihr Ficker.
Eben schon erwähnt, aber an sich noch eher eine eigene Katgeorie, sind die Yoga-Girls. "Schaut her, ich hampel hier total kunstvoll vor einem Sonnenuntergang am Strand rum!" Mädel, willst du Werbung für irgendwas machen oder ficken? Dann noch einen mit leicht pseudo-esoterisch angehauchten Schlagwörtern durchsetzten Profiltext dazu ("spirituell", "open minded" sind die beliebtesten) - Voilà! Bitte hier auf diese Yoga-Matte kotzen.
World Traveler (weil deutsch ist ja so out) sind auch ganz groß. Am besten noch auf einer (eigenen) Segelyacht posieren, um auch ja deutlich zu machen, dass Geld für sie kein Problem darstellt. Immer unterwegs, immer aktiv, aber ach ja, Kinder wollen sie schon ganz gerne an sich. Kein Ding, im Zweifel einfach über Bord werfen, wenn es einem dann doch zu eng wird auf der Yacht. Ich muss mehr essen, ich kann schon gar nicht mehr weiter kotzen...
Eine äußerst subtile Kategorie sind auch die Frauen, die sich gerne mit Luxus umgeben, aber selber nicht über die ausreichende finanzielle Grundlage verfügen. Auf den Bildern daher auch immer mit einem Gläschen Sekt - Entschuldigung, ich meinte natürlich Champagner! - zu sehen, zu engem Kleid, aggressivem Make-up und teuren Accessoires suchen sie nach gut situierten Männern, von denen sie sich aushalten lassen können für gelegentliche sexuelle Dienstleistungen. Hans, get ze Flammenwerfer!
Richtiggehend spannend wird es bei denen, die das verkackte Prinzip nicht verstanden haben. Noch mal kurz zur Erinnerung: Man kann eine ganze Menge Photos einstellen, die auch direkt angezeigt werden, das bisschen Text (sofern überhaupt vorhanden), erst nach einem zusätzlichen Klick. Wenn dann ein Bild von einer Blüte, irgendeine pseudo-relevante Graphik, eine einfarbige Fläche oder immerhin ein Photo von hinten als einziges Bild vorhanden ist, möchte ich nicht meinen Kopf auf die Tischplatte schlagen, sondern deren. Möglichst mehrfach, bis es vielleicht doch noch 'Klick!' macht. Das ist eine scheiß-oberflächliche Kack-App, die in allererste Linie über Photos funktioniert. Ihr kriegt nicht einmal das gebacken? Und dann die Begründungen (ich war ja manchmal schon neugierig): "Ich bin bekannt, deswegen erst mal kein Photo" - dann nutz doch nicht die App, du verblödetes Etwas! "Ich will erst mal sehen, ob jemand ernsthaft an einer Unterhaltung interessiert ist" - aber ich will doch wissen, mit wem! Gehst du auch nur mit einer Tüte über dem Kopf nach draußen? Vielleicht, und vielleicht ist das besser so... Mann, Mann, Mann, schon mal was vom ersten Eindruck gehört? Der ist bei euch Blitzbirnen natürlich hervorragend.
So ein ganz paar tatsächlich nette, mindestens halbwegs natürliche Profile gibt es auch, allerdings sind die derart in der Unterzahl, dass es kaum lohnt, zu warten, bis Tinder sich entscheidet, einem ein solches anzubieten.

Wenn es dann doch mal zu einem Match kommt, wird es erst so richtig interessant. Was passiert? Tja, in den meisten meiner Fälle genau gar nichts. Man ist ja im Internet unterwegs und da ist es völlig egal, ob man sich verhält wie ein Arschloch - so zumindest der Anschein (gilt natürlich nicht nur für Tinder). Heißt im Klartext: Obwohl ein Match nur zustande kommt, wenn beide nach rechts gewischt - also "geliked" haben - kann das jederzeit von einer der beiden Parteien wieder gelöscht werden, auch grundlos. Man könnte natürlich eine Nachricht an die betreffende Person schreiben, dass man sich "verwischt" hat oder erst im Nachhinein auf die glorreiche Idee kam, den Profiltext zu lesen, aber das ist wohl zu viel Arbeit. Und wie bereits erwähnt, im Internet ist Höflichkeit ja generell eher unbekannt.
Sowas kann auch mal mitten in einer Unterhaltung passieren, so wie bei mir zuletzt und der Auslöser für das Löschen meines Accounts und das endgültige Verfassen dieses Beitrags (geplant ist der schon länger). Manchmal habe ich mich schon gefragt, ob den Mädels bewusst ist, dass nicht nur das Match, sondern auch die Nachrichten gelöscht werden.

Eine Kleinigkeit bei der ganzen Kack-Geschichte war durchaus unterhaltend: Mit einem Kumpel per Skype zu schnacken, parallel ein Gläschen zu trinken und nebenbei bei Tinder zu wischen. Da konnte man sich dann auch über die ganz besonderen "Highlights" unterhalten oder mal den einen oder anderen Screenshot austauschen. Rechtfertigt aber definitiv nicht das Fortbestehen meines Accounts, also weg mit der Scheiße!

Mittwoch, 15. April 2020

How on earth?

Wie zur Hölle kann eine Webseite mit der Adresse color.org (noch dazu vom International Color Consortium) SO hässlich sein? Ehrlich, dafür hätte ich gerne eine Erklärung!

Samstag, 23. September 2017

Ripping apart rip-offs

Im Laufe der Woche habe ich mich durch die Teile meiner Sammlung an Figuren, Statuen und sonstigem Merchandise gearbeitet, für die ich bisher noch keine Regale im Memorabileum stehen habe. Der Grund für dieses Unterfangen ist unter anderem die Planung der zukünftigen Regale, die ich für die Stücke, die derzeit noch in Kartons verstaut sind, brauchen werde.

Dabei habe ich unter anderem auch meine Super Mario-Teilsammlung gesichtet und die mögliche Regalverteilung geplant (und gegenüber einer ursprünglichen Schätzung sogar verringern können). Während des Durchsehens wollte ich auch einen speziellen Teil der Sammlung inventarisieren, um festzustellen, wieviel mir noch zur Vervollständigung fehlt.
Es geht hierbei um kleine Sammelfiguren von Furuta aus Japan, die in Schokoladeneiern (ähnlich Kinder Überraschung von Ferrero) verkauft werden (ich berichtete unter anderem hier schon davon, sogar mit Bild). Ganz wie bei den Ü-Eiern befindet sich innen eine Kapsel, in der die Figur lagert. Die Figuren sind in ein paar, wenigen Teilen verpackt, sodass man noch ein bisschen Spaß beim Zusammenbauen hat. Selbstverständlich ist auch bei den Japanern von außen nicht einsehbar, welche Figur im Inneren des Eis lagert.

Das große Problem bei den Figuren ist, dass sie sich offensichtlich recht gut zum Nachahmen eignen, soll heißen, es sind eine ganze Menge Plagiate im Umlauf. Auf eBay lassen sich recht schnell viel zu viele davon finden. Wenn man eine Zeitlang sammelt und hier und da ein wenig Erfahrung gesammelt hat, kann man anhand von ein paar Punkten sehr einfach eine Fälschung von einem Original unterscheiden, erst recht, wenn man sie in den Händen hält.
Diese Erfahrung hatte ich ganz augenscheinlich vor einiger Zeit noch nicht, wie sich bei der Durchsicht meiner Furuta-Figuren herausstellte. Ich musste mit wachsender Enttäuschung und Verärgerung feststellen, dass über die Hälfte meiner bis dato angesammelten Figuren (39 von insgesamt 69 Figuren) keine Originale waren. Nachdem ich die Fälschungen aussortiert hatte, beschloss ich auch größtenteils keinen Ersatz zu beschaffen, da ich die ersten drei Serien komplett verloren hatte.
Gesammelte Werke
Nachdem der erste Ärger verflogen war, begann ich zu überlegen, was ich mit dem Haufen an Imitaten machen sollte. Der niederträchtige Teil in mir ließ kurz die Idee aufkommen, die Teile auf eBay zu verkaufen und so zu tun, als hätte ich keine Ahnung, dass es sich um Plagiate handeln könnte. Meine Ehre als Sammler überwog aber im selben Augenblick, da ich niemand anderem diese traurige Erkenntnis zumuten möchte. Damit blieb mir nur eine Option: Entsorgung.

Allerdings wollte ich die Figürchen auch nicht einfach nur in die gelbe Tonne werfen (was einzeln vielleicht auch noch minimal spaßig gewesen wäre), sondern sicherstellen, dass sie unbrauchbar sind. Also musste ich sie vorher mindestens beschädigen, wenn nicht gar zerstören.
Als ich meinen Hammer aus dem Wandschrank holte kam mir die Idee, das Ganze filmisch festzuhalten, um mir per Videobearbeitung einen Spaß daraus zu machen. Im Keller angekommen reifte die Idee ob der schieren Zahl der Figuren schließlich noch etwas weiter und ich begann, kleine Szenen aufzustellen. Im Folgenden ein Beispiel vom Beginn dieses Prozesses:
Luigi steht zum Anstoß bereit
Er schießt, und - Tor!, äh Tote!









Als der Anfang gemacht war, kamen mir immer mehr Ideen in den Sinn und ich begann, eine kleine Geschichte zu spielen.
Schon wieder wurde Prinzessin Peach entführt, schon wieder musste Mario auf und sie retten. Dieses Mal hatte er aber genug und wurde richtig sauer. Mordend kämpft er sich durch das Pilzkönigreich bis zu Bowsers Schloss und dessen Herrn vor und siegt am Ende auch über diesen.
Mehr Details möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, sondern stattdessen auf das entstandende Video verweisen, indem man sich diese Reise in Gänze zu Gemüte führen kann. Für eventuelle Schäden an Gehirnzellen wird nicht gehaftet!


P.S.: Noch ein brandheißer (ha!) Tipp von mir zum Schluss: Wenn man auf die Idee kommt, Dinge in seinem Keller anzuzünden, sollte man VORHER das Fenster öffnen.

Mittwoch, 16. September 2015

Ernsthaft. Oder auch nicht ganz so sehr.

Wieder mal lange Zeit nichts passiert hier... Aber ich lebe noch, keine Sorge (oder sollte man sich gerade deswegen Sorgen machen?)! Heute gibt es aber trotzdem nur eine ganz kurze Meldung.

Der eine oder die andere mag sich vielleicht daran erinnern, dass ich auf meinem YouTube-Kanal vor einiger Zeit ein Video veröffentlichte, das in Zusammenarbeit mit einem Kommilitonen für eine Vorlesung entstanden ist. Das Video trägt den Titel "Misanthropy" und kann sich nach wie vor gerne angeschaut werden.
Im Zuge der Dreharbeiten im Hamburger Hauptbahnhof war es, ganz im Gegensatz zum Grundton des Videos, oftmals alles andere als ernst. Selbstverständlich ist im Verlaufe des Drehtages einiges an Lachern und Fehlern zusammengekommen, von denen die meisten auch festgehalten wurden und gefühlt schon eine Ewigkeit auf meiner Festplatte darauf warteten, in irgendeiner Form veröffentlicht zu werden.
Nun habe ich mich dann auch endlich mal daran gemacht, die gesammelten Outtakes in einem kurzen Video zu sammeln und das Ergebnis bei YouTube bereitgestellt. "Misanthropy - Outtakes" nennt sich das gute Stück, das es seit gestern zur allgemeinen Erheiterung zu sehen gibt. Viel Spaß damit!

Sonntag, 16. November 2014

Entgegen der allgemeinen Ansicht...

... ich wäre viel zu ernst in meinem Video zur Vorstellung des Memorabileums, waren die Dreharbeiten oft alles andere als ernst. Mir liegt jetzt schon viel zu viel Outtake-Material vor - was selbstverständlich auch in entsprechender Form veröffentlicht wird, sobald ich ein, zwei weitere Videos fertiggestellt habe. Da sind schon ein paar echte Perlen bei, so viel ist sicher...

Sonntag, 5. Mai 2013

Admittedly wrong, and very much so

Lange, sehr lange, ist hier so gut wie nichts passiert. Ein Teil der Erklärung ist ganz einfach Faulheit, ein weiterer zu wenig Zeit, die ich anderweitig verplant hatte und dann ist da noch... vieles, das sich in meinem Kopf bewegt hat und auch weiterhin bewegt. Erst recht in jüngster Vergangenheit. Ich versuche mich im folgenden mal daran, etwas davon einigermaßen verständlich niederzuschreiben (ohne Garantie auf tatsächliches Verständnis!).
Vor demnächst anderthalb Monaten bin ich nun tatsächlich 30 Jahre alt geworden. Und ich lebe immer noch, also geht es direkt auf ins nächste Jahrzehnt. To the stars and beyond! Nun, vielleicht nicht ganz, noch nicht.
Den Wechsel von der zwei zur drei in der Zehnerstelle habe ich als Anlass genommen, zurückzublicken auf das, was war und mich ebenso zu fragen, was sein wird. Dabei wurde mir nur allzu deutlich, dass ich im Grunde gar nicht ganz zufrieden bin mit meiner Situation; trotz der Tatsache, dass es mir augenscheinlich nicht schlecht geht - ich bin gesund (mal von meinem rechten Knie abgesehen, die Diagnose steht da allerdings noch aus), ich habe einen gut bezahlten Job, der durch die Reisen sogar hier und da noch mehr abwirft, ich habe eine (für eine Person) relativ große (und meiner Meinung nach ganz passabel eingerichtete) Wohnung, die sogar mein Memorabileum beherbergt, mein Auto fährt mich auch von A nach B und generell kann ich mir eine ganze Menge leisten, ohne wirklich darüber nachdenken zu müssen.
Man sollte meinen, ich müsste doch ziemlich glücklich sein, oder etwa nicht? Auf der einen Seite ist dem selbstverständlich so, da mir durchaus bewusst ist, dass es nicht nur genügend Leute gibt, denen es längst nicht so gut geht wie mir, sondern ich aufgrund der Tatsache, bisher keine größeren Verpflichtungen eingegangen zu sein, meine Unabhängigkeit eben auch vollends auskosten kann. Das hilft zudem außerordentlich dabei, die Maske der ewigen Blödelei aufzubehalten. Muss ja nicht jeder wissen, wie es in Wirklichkeit hinter der Fassade aussieht (es soll ja auch Leute geben, die nur sehr schlecht mit der Wahrheit umgehen können). Bis dahin also alles im grünen Bereich. Allerdings gibt es da ja immer noch die berühmte Kehrseite der Medaille.
Während meiner Auslandsaufenthalte ist es mir nun schön öfter passiert (und wird es in nächster Zukunft gleich zweifach schon wieder passieren), dass ich geplante oder gebuchte Events verpasst habe und beispielsweise Konzertkarten unter Wert verkaufen musste. Einmal in zwei Jahren ist sowas nervig, aber noch erträglich. Öfter wird es dann unangenehm und sorgt für miese Laune. Und dann kommen dazu ja noch Geburtstagspartys, Einweihungsfeiern, Kinobesuche, Barabende, Clubnächte oder einfach ganz generell Treffen mit Freunden zu Anlässen jedweder Art. Es ist dann zwar nett, informiert zu werden, was ich mal wieder verpasst habe, nur hätte ich es am liebsten ja gar nicht erst verpasst. Seit dem fast dreimonatigen Aufenthalt in Japan ist mir klar geworden, dass ich das nicht ewig werde durchhalten können. Dafür bin ich dann doch nicht der Typ. Mittlerweile bin ich auch an einem Punkt angelangt, an dem ich mich frage, bis wann ich noch etwas ändern kann. Mich verändern kann. Wie lange ich damit noch warten, wie viel Zeit ich noch ungenutzt verstreichen lassen soll. Den Vorwurf des Phlegmatismus muss ich mir durchaus berechtigt gefallen lassen. Aus diesem Grund kreisen momentan viele Gedanken in meinem Kopf umher, was einer der Gründe dafür ist, dass ich seit über einem Monat so ziemlich keine einzige Nacht mehr durchgeschlafen habe. Immerhin habe ich schon angefangen, Ideen zu sammeln und zu sichten, Überlegungen anzustellen und werde versuchen, daraus so schnell wie möglich konkrete Pläne zu entwickeln.
Ein weiterer Grund für Nächte voller Herumgewälze und nicht einschlafen können ist meine Unfähigkeit, mir selbst vergeben zu können. Ich hab schon so einige Fehler gemacht, Dummheiten begangen... Menschen verletzt. Diese Erinnerungen, gerade an letzteres, sind scheinbar tiefer und gründlicher in mein Erinnerungsvermögen eingebrannt als die angenehmen Momente, denn gerade sie sind besonders penetrant und erscheinen äußerst lebhaft, sobald ich meine Augen schließe. Mein Gehirn besitzt die vorgeblich unglaublich nutzbringende Fähigkeit, negative Ereignisse meines Daseins bis in kleinste Detail zu speichern, mich aber wohltuende, angenehme und schöne Momente nur verschwommen erinnern zu lassen. Keine wirkliche Errungenschaft. Wenn ich dann noch bedenke, dass meine Fehler sich logischerweise nur vermehren können... Mir selbst gegenüberstehend lässt sich das sehr einfach erklären, beziehungsweise rechtfertigen: Warum sollte ich für das Leid, welches ich anderen zufügte, nicht mindestens ebenso sehr selbst leiden müssen? Also quäle ich mich selbst mit Bildern aus meiner Vergangenheit, die mir zeigen, was für ein miserabler Kerl ich doch sein kann. Ein ekelhaft ätzender, vor Zynismus und Bitterkeit triefender Pessimist, nur darauf bedacht, seine ach so harte Schale aufrecht zu erhalten, damit nur ja niemand an den zerbrechlichen Kern käme. Blöd nur, dass die Stacheln, die auf der verhärteten Schale sitzen, nicht nur nach außen ragen. Es ist fast schmerzhaft, das selbst niederzuschreiben und noch einmal zu lesen. Ich finde es, auf eine sehr morbide Art, extrem faszinierend, wie ein emotionaler Zustand, eine rein psychische Wahrnehmung, einen physisch erlebbaren, tatsächlich spürbaren Schmerz auslösen kann, wie zum Beispiel Druck auf der Brust oder einen Stich im Brustbereich, ein flaues Gefühl im Magen, das einem sämtlichen Appetit nimmt, oder einem glatt den Atem nehmen kann. Das selbst zu erleben ist weniger faszinierend, denn unangenehm, nichtsdestotrotz zeigt es doch die eigentliche Stärke der menschlichen Psyche. In manchen Momenten sollte ich froh sein, dass sie nicht noch stärker ist. Ebenso sehr könnte ich mich selbst permanent ohrfeigen, nur würden dann die Flecken in meinem Gesicht unschöne Fragen aufwerfen. Die Blicke kenne ich nur zu gut und vermeide derartiges also. Bloß unauffällig bleiben.
Ich denke, und ich behaupte sogar allen Ernstes, dabei, ziemlich im Gegensatz zu meinem sonstigen Auftreten, nicht zu übertreiben, dass ich durchaus berechtigt die Behauptung aufstellen kann, in den bisher erlebten Beziehungen kein besonders passabler oder auch nur aktiver Partner gewesen zu sein. Allzu meist zeichnete ich mich dadurch aus, meine Freundin lediglich als ein Anhängsel zu betrachten, auf sie herabzusehen oder gar gänzlich zu ignorieren (mit letzterem machte ich besonders auf Feiern (Hochzeiten!) von mir reden...). Natürlich kenne auch ich das Sprichwort "Hinterher ist man immer schlauer". Dies wissend sollte man annehmen, ich wäre vielleicht lernfähig, würde mich oder mein Verhalten sogar verändern. Nur ist mir diese Übertragungsleistung bisher nicht gelungen. Immerhin ist mir schon der Schritt der Selbsterkenntnis geglückt und ich kann mich aufgrund dessen richtig schön scheiße fühlen. Nur zurecht, wie ich meine. Manchmal wünsche ich mir ein paar Klone von mir für meinen Keller. Einfach, um mal der ganzen aufgestauten Wut Luft machen zu können. Allerdings hätte ich wiederum wenig Lust, dauernd die Sauerei in Ordnung bringen zu müssen.
So oder so, ich bitte hiermit ganz öffentlich um Verzeihung. Untypisch für mich, ich weiß. Ein weiterer Fehler meiner Person. Mir ist bewusst, dass sich Fehler aus der Vergangenheit nicht ungeschehen machen lassen. Ebenso sehr weiß ich, dass sich manche Dinge nicht vergeben lassen können, um nicht in Vergessenheit zu geraten, aus der Gefahr heraus, wiederholt zu werden. Dennoch ist dies ein Versuch, durch das Veröffentlichen dieser Dinge, die in mir vorgehen, mich zu einem winzigen Teil eben davon zu befreien. Ob es klappt oder nicht, wird sich zeigen müssen. Dem Egoisten in mir ist es auch egal, wie die Reaktionen hierauf ausfallen werden. Ich könnte mir vorstellen, dass es ein wenig schockierend wirken mag. Doch es fühlt sich an, als würde ich permanent auf den Scherben, in denen ich so vieles zurückgelassen habe, herumkauen und es wird der Tag kommen, an dem ich einen großen Schwall geronnenen Blutes kotzen werde. Es ist nicht unbedingt so, als würde ich diesen Zeitpunkt herbeisehnen. It's a little like kicking my own teeth in, and considering the "enjoyment" I feel being at the dentist's, it is not quite the pleasure. Even though somebody said one should not weep for roads untraveled, I am still pulling this through. One thing I had to figure out over time is that I am by far not the "lone wolf" kind of guy I often pretended to be. For every time I told myself to not be in need of anybody by my side, I was wrong, so very, very wrong. There is a good reason why I cannot stand the silence of my home and I turn on the music as fast as I can whenever I get back to my flat. Nur wenig ist schmerzhafter als die drückende Stille, die sich manchmal anfühlt wie unendlich viele Schreie in einem brüllenden Crescendo vereint. Die Disharmonie lässt grüßen. Es hat schon einen Grund, warum ich vor längerer Zeit mal einen Nickname namens Lord_Solitude hatte. In one word, it explains pretty much how I feel inside at times. Just so hollow, so... lonely, simply put. Like there is nobody who really understands me all the way, completely, who really ever will fill the gap I feel in my chest. That connection would have to go all the way through to me, piercing all the shitty shell I built, totally skin deep. Actually, I am a little bit afraid, because I have not the slightest idea what might happen to me in that moment. Still, I guess it would be more than worth the risk trying it.

Das ist jetzt doch schon wieder ganz schön lang geworden. Und man mag es als leicht emotional interpretieren können. Auch meine Neigung zur Verbindung von Musik und Emotionen habe ich wieder zur Genüge zum Ausdruck gebracht. Provokative Aussagen ist man von mir wahrscheinlich gewohnt, dennoch bin ich gespannt, ob und wenn ja, welche Reaktionen dieser Post hervorrufen mag. Hoffentlich muss ich nicht glücklich darüber sein, mich gerade in etwas weiterer Entfernung aufzuhalten...

Und ja, Teile dieses Posts sind unter Einfluss von Alkohol entstanden. Wem das seltsam vorkommen mag, dem empfehle ich ausdrücklich, sich mal ein paar Interviews mit Stephen King zu Gemüte zu führen. Mal davon abgesehen hätte ich die eine oder andere Sache sicher niemals in der Art niedergeschrieben. Wie ich an anderer Stelle schon mal erwähnte, Alkohol wirkt als Emotionsverstärker, nur eben ohne die Garantie, dass es in die richtige Richtung wirkt.

Samstag, 1. Dezember 2012

Und jetzt... die Werbung!

Wie mich das mittlerweile abnervt, bei YouTube mal ein Video zu schauen! Was einem da für Werbung um die Ohren gehauen wird, ist nicht mehr feierlich. Da wird dann mitten in einer Playlist in aller Länge und Breite eine neue Kamera vorgestellt, die mich a) nicht interessiert und b) selbst wenn, würde ich mir nicht 20 Minuten lang Werbung dafür ansehen wollen, wenn ich einen Song hören will, der nur ein Fünftel der Zeit läuft. Echt schlimm, das war schon in Japan so und ist jetzt in den USA wieder genauso. Da hat man es in Deutschland fast einfacher - die meisten Songs sind erst gar nicht verfügbar. Dafür wird dann wenigstens auch keine Werbung gezeigt, bevor man das erfährt, so fair ist das Ganze dann doch schon.
Apropos Werbung: Jemand mal die aktuelle Werbekampagne von redcoon gesehen? Oh - mein - Gott! Erst dachte ich, das wäre ein Scherz oder sowas, doch die scheinen das ernst zu meinen. Eine derartig primitive Werbung mit derart hässlichen Gestalten ist mir noch nicht untergekommen. Das ist tatsächlich einfach nur billig. Wenn ich daran denke, dass ich bei denen vor knapp zwei Jahren meinen Fernseher gekauft habe, weil die einigermaßen vernünftig und seriös wirkten... Schlimm! Absolut unverständlich und definitiv nicht ansprechend, ganz im Gegenteil!

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Kurioses

Ach, es ist schon so manches Mal ein wenig amüsant, hier in Japan. Nicht nur regen die Menschen selbst mich oftmals zu einem Schmunzeln an, aus den verschiedensten Gründen, auch die Gegebenheiten tun ihr übriges.
Natürlich gibt es auch in diesem Hotel wieder die großartigen Toilettensitze (diesmal auch mit Sitzheizung!) mit rektaler Duschverwöhnung inklusive (was bei dem erstklassig einlagigen Klopapier wahrscheinlich nicht die schlechteste Sache ist) und auch hier sind die Badezimmer wie Einbaumodule gehalten. Und auch in Ishinomaki stehen alle paar Meter die schon aus Hachinohe bekannten Getränkeautomaten. Und ja, auch hier hat es schon mal leicht gewackelt. Aber das kenne ich ja auch schon.
Neu sind hier Münzwaschautomaten im Erdgeschoss (hatte ich tatsächlich noch nie benutzt) und Trockner für die frisch gewaschene Wäsche direkt darüber. Trotz japanischer Texte so ziemlich idiotensicher, die Dinger, und so auch für mich glücklicherweise bedienbar.
Auch so mancher Name der Shops in der größeren Shopping Mall um die Ecke liest sich reichlich schräg. Schon mal was von Semantic Design gehört? Oder Pink Adobe? Oder Aimerfeel? Ich könnte mir auch nichts darunter vorstellen, Japaner scheinbar schon eher. In jedem Fall immer Grund genug, mich noch wieder etwas komischer anzusehen, wenn ich so dastehe, mir mal wieder einen der Namen genüsslich auf der Zunge zergehen lasse und mir dabei ein Grinsen kaum verkneifen kann.
Zuguterletzt noch was kreatives von mir selbst:
Wenn ich schon keinen Penis an unsere Maschine malen kann, dann halt etwas subtiler.

Freitag, 17. August 2012

Transform your mind

Letzte Woche trafen wir uns abends auf dem Dom, um dem Volksfest auch mal wieder unseren Besuch abzustatten. Nach einer knappen Runde hatte ich dann schon Lust, in ein Karussell zu steigen. Vorher verspeiste der eine oder andere allerdings noch ein paar Pilze zur Stärkung.
Hannes und ich entschieden uns schließlich für den Transformer, der aus der Entfernung schon relativ krass aussah. Drinnen sitzend konnten wir diesen Eindruck nur bestätigen, es ging kreuz und quer und hoch und runter, sodass wir zeitweilig kaum wussten, wo oben und unten war. Die üblichen blöden Witze über lockere Muttern und lose Haltebügel sind bei uns sowieso mittlerweile selbstverständlich und so genossen wir die Fahrt, die Dank des Einsatzes von Franzis Tageskarte auch nur halb so teuer war. Interessanterweise wies Bonsch uns anschließend auf ein kleines Schild an der Seite des Ticketschalters hin, auf dem stand, dass nach einem mitreisenden Anwalt gesucht wird. Da wurde einem schon leicht anders.
Hannes hatte darüberhinaus anscheinend richtig zu kämpfen mit seinem Gleichgewichtssinn, denn er konnte vor anhaltendem Schwindel kaum geradeaus gehen. Unglücklicherweise hielt der Effekt an, sodass aus der ursprünglichen Idee, noch ein Kaltgetränk zu sich zu nehmen, dann doch nichts wurde. Immerhin kam er ohne weitere Zwischenfälle nach Hause und konnte sich erholen. Am nächsten Tag ging es ihm dann auch wieder gut.

Samstag, 14. April 2012

Willkommen zum Hamburger Doom!

Da gestern (bereits zum zweiten und nicht letzten Mal in diesem Jahr!) Freitag der 13. war, erweiterte Hannes den Namen unseres regelmäßigen Kirmesspektakels um ein weiteres "o", um dem Ganzen einen unterschwelligen Hauch von Horror zu verleihen. Nichtsdestotrotz hatten wir einen spaßigen Abend und wir sind auch hoffentlich alle wohlbehalten nach Hause zurückgekehrt. Sowieso hatte das Datum auf mich scheinbar eine paradoxe Wirkung, der gesamte Tag lief ziemlich super. Witzigerweise sahen wir später einen Typen auf dem Drachenmarkt, der eine Jacke trug auf der mehrmals das Wort "Doom" zu finden war, sehr passend.
Ich bin dank und mit Hannes auch ein paarmal Karussell gefahren, erst mit der kuscheligen Raupenbahn, dann im Kettenkarussell des Todes (zumindest Hannes' Kommentaren auf Bolzen und Seile bezogen nach zu urteilen) und schließlich nach etlichen Jahren mal wieder in der Krake. Im letzten Karussell stellte Hannes dann auch wiederholt fest, dass die kurzen, ruckartigen Abwärtsbewegungen ihm nicht sehr zusagten, was schlussendlich zu einem kurzen Lachanfall führte. Ja, wir hatten schon Spaß!
Später besuchten wir noch das Down Under auf ein paar Getränke, bevor wir ins Einhorn nebenan gehen konnten, da dort wieder Sitzplätze frei geworden waren. Bei ein paar Gläsern leckeren Kirschmets beschlossen wir dann schließlich langsam den Abend.

Zitat des Abends von einem Ghetto-Typen auf dem Drachenmarkt-Teil des Doms zum Thema Kippleiter:"Da musst du so einen überheftigen Mongo-Jump machen!" ... Klar, schon geschnallt.

Dienstag, 10. April 2012

Die Mondnazis kommen!

Wer denkt nicht ständig an die Gefahr, die auf der dunklen Seite des Mondes lauert? Im Film Iron Sky jedenfalls wird die äußerst skurrile Vorstellung Realität und führt natürlich zu Krieg, wie sollte es anders sein. Allerdings gehen dem so einige brachial lustige Zwischenfälle voraus, bis es tatsächlich zur Invasion vom Mond kommt. Ich will gar nicht viel mehr verraten, denn der Film ist echt absolut zum Schreien komisch und mit viel Liebe zum Detail gemacht (kleiner Tipp: Immer mal auf Beschriftungen im Hintergrund achten). Da kann man nur sagen: Was für ein Glück, dass so ein Streifen es wirklich ins Kino geschafft hat! Unbedingt anschauen!

Sonntag, 15. Januar 2012

Ein Sonntag in der Sonne


Ich glaube es kommt nicht allzu oft, dass ich behaupten kann, mich im Januar bei knapp 30°C im Hotelpool abgekühlt zu haben. Das letzte Mal in einer ähnlichen Situation war vor knapp fünf Jahren im Februar - und das im exakt selben Pool, in dem ich heute ein wenig die dann schon bald untergegangene Sonne genossen habe. Allerdings waren damals weniger Kinder anwesend, wenn ich das richtig erinnere. Irgendwie wirkte das schon ein wenig unreal wenn ich daran denke, dass zuhause gerade Winter angesagt ist. Selbst wenn die Temperaturen sich wohl immer wieder über dem Gefrierpunkt ansiedeln und die Sonne sich auch mal zeigt, ist das doch kein Vergleich zu dem, was sich mir hier bietet. Daheim würde ich nicht einmal in meiner Wohnung in Shorts und T-Shirt rumlaufen, sollte ich nicht gerade in ungeahnte Sportlichkeit verfallen. Schon komisch, was ich durch meinen Job manchmal so erlebe.

Auf einem anderen Blog, das ich verfolge (Trixie's Treats), finde ich immer mal wieder sehr interessante und ansprechende Kunstwerke präsentiert. Einige Bilder eines Künstlers namens Angryblue gefielen mir beim letzten Stöbern besonders gut, da muss ich doch gleich mal Werbung machen. Auf der Seite kann man auch direkt Drucke, Shirts und anderes bestellen, auch zu einigermaßen vertretbaren Preisen. Da werde ich mich noch in Ruhe umschauen müssen, um zu entscheiden, ob ich mir vielleicht das eine oder andere zulegen werde.

Zum Abschluss noch was Lustiges (oder Trauriges, je nachdem, wie man es sieht): Weil Frollein W. mich gerne mal mit, sagen wir mal euphemistisch, Neckereien versieht, landete unter anderem folgendes Video als Link in meinem Posteingang, mit dem Hinweis, ich möge sowas doch auch mal machen: Kontaktanzeige. Glücklicherweise konnte sie mich auch nach wiederholter Aufforderung nicht davon überzeugen, ein ähnliches Video aufzunehmen. Ich musste beim Ansehen mehrfach staunen, weil der Kerl ohne zu Zögern seinen Namen, sein eMail-Adresse, ICQ-Nummer und ähnliches preisgibt. Der wird wohl nicht viel Ruhe haben oder sich neue Kontaktdaten zugelegt haben. Auf jeden Fall sehr amüsant, was er alles so von sich erzählt und behauptet, kann man einfach nicht ernst bleiben bei. In diesem Sinne, viel Spaß dabei!

Montag, 9. Januar 2012

Gefahren im Dschungel

Was ich beim gestrigen Bericht ganz vergessen hatte zu erwähnen: Auf dem Werksgelände gibt es zwei Regionen, an denen es unterschiedlich ekelhaft stinkt und zwar so richtig penetrant appetitverderbend. Ein Glück kann ich keine Geruchsprobe hier reinstellen, das wäre echt zu viel des Guten. Im hinteren Teil, kurz vor der Halle, in der unsere Maschine steht, riecht es mehr nach faulen Eiern, nur eben extrem verstärkt. Bei der warmen, feuchten Luft hier unten natürlich schon ein Hochgenuss, aber das andere Gebiet ist fast noch schlimmer. Schwer zu sagen, nach was das riecht, nur ist es brechreizfördernd. Heute war es besonders schlimm auf dem Rückweg, das ist wirklich kaum auszuhalten. Keine Ahnung, warum Papierherstellung so abartig stinken muss, fertiges Papier stinkt auf jeden Fall nicht, weder auf der Rolle noch das geschnittene Ries. Ebenso wenig kann ich mir vorstellen, wir irgendjemand in einer derart feindlichen Umgebung arbeiten kann, zumindest nicht ohne Schutzanzug mit Sauerstofftank oder ähnlichem.

Sie kommen bei Anbruch der Dunkelheit...

Sie sind überall!

Was mich abends dann noch überraschte, waren ein paar Perverse. Keiner mag Spanner auf dem Klo, aber Eidechsen? Erst dachte ich, das wären Aufkleber an der Scheibe, bis sich die Viecher plötzlich bewegten - und mir klar wurde, dass auch schon welche im Raum waren! In den Ecken lauerten sie, auf ihre Gelegenheit und ein nichtsahnendes Opfer wartend... Ich hatte großes Glück, dieser gewiss tödlichen Gefahr durch meine unglaublich geschärften Sinne entkommen zu können (oder so ähnlich).



Eine ähnliche Gefahrenquelle stellen sicher auch die Kleintiere dar, die sich vor dem Eingang zur Maschinenhalle tummeln: Unzählige Ameisen und in einem kleinen Graben schwimmen Kaulquappen (ich denke, dass es Kaulquappen sind). Da muss man schon vorsichtig einen Fuß vor den anderen setzen, um nicht als Nahrungsergänzungsmittel zu enden. Da soll noch einer sagen, der Job wäre ungefährlich!

Eine ganz andere Art von Gefahr stellt der Fernseher im Restaurant des Hotels dar, nämlich die des geistigen Zerfalls. Irgendwie scheint es sich mir bei den meisten Sendungen um Überbrückungen zwischen Werbeblöcken zu handeln, anders lässt sich das kaum erklären. Und bei dem, was sonst so gezeigt wird, bin ich ganz dankbar dafür, das nicht auch noch verstehen zu können. Selbst der Musiksender (ein Channel V) ist grausam, heute lief unter anderem Westlife mit Seasons in the sun, oder aber ein abartiges Sampling von Zombie von den Cranberries namens In your head von einem gewissen Mohambi. Als dann auch noch englische Songs von Tokio Hotel liefen, musste ich mit meinem Abendessen kämpfen. Die Playlist, in der auch letztere enthalten waren, wurde laut Einblendung von einem Vietnamesen eingesandt - der wahrscheinlich genauso schwul ist wie einige der Angestellten hier. Da kriegt man als Mann schon manchmal direkt Angst...

Etwas versöhnlich stimmte mich dann ein großartiges YouTube-Fundstück: Der Commander Shepard-Song. Sehr coole Nummer und ordentlich eingängig. Da fällt mir ein, ich habe immer noch nicht Arrival gespielt... Und bald kommt (endlich!) der dritte Teil - das wird wieder geil!

Samstag, 3. Dezember 2011

Eat this!

So lautete das Motto gestern Abend in der Großen Freiheit 36. Nachdem ich meine letzte Nacht- bzw. nun schon mehr Spätschicht endlich beendet hatte, düste ich nach Hause, um mich kurz umzuziehen und anschließend Hannes auf dem Kiez zu treffen. Aufgrund der üblichen Verzögerungen und zu späterer Stunde nicht mehr ganz optimaler Bus- und Bahnfahrzeiten musste der Arme zwar eine Weile auf mich warten, aber dafür hatten wir wieder einmal richtig Spaß!
Dieses Mal galt der Eintritt für den Keller und den Saal zusammen, sprich man konnte auf beiden Ebenen feiern. Im Saal wurde mehr in Richtung Gothic, Rock etc. gespielt, der Keller dröhnte dafür mit anständigem Metal und Rock der härteren Gangart. Der Havana-Cola schmeckte auch wieder und so wagten wir zwei uns schließlich auch mal wieder in die Menge auf der Tanzfläche. Und Menge meine ich dabei tatsächlich ernst, denn so voll war der Kaiserkeller noch nie, als ich ihn besuchte.
Waren Hannes und ich letzte Woche schon positiv überrascht, wurde gestern Nacht noch ordentlich einer draufgesetzt. Wir hatten Glück, dass wir uns für die ersten Warm-up-Drinks einen Sofaplatz sichern konnten. Neben uns gab es sogar direkt eine Liveshow, zumindest waren die beiden scheinbar ziemlich gierig aufeinander und konnten kaum die Finger von sich lassen, sehr zu unserer Erheiterung. Interessanterweise stellte Hannes mit dem Kommentar, die Show wäre wohl echt nur für uns gewesen, fest, dass die beiden sich schließlich aufmachten, als wir in Richtung Tanzfläche aufbrauchen.
Nachdem wir sowohl im Keller als auch im Saal ein wenig Kalorien beim Tanzen verbrannt und beim Trinken wieder zu uns genommen hatten und sich die Reihen so langsam lichteten, konnte ich mich dann doch noch zusammennehmen, um ein Mädel anzusprechen, das sich seit einer Weile auffällig in meiner Nähe aufhielt. Sie war mit ihrer Freundin dort, was natürlich sehr angenehm passte, da ich ja auch nicht alleine gekommen war. So kamen wir dann auch zu viert ins Gespräch und zogen noch weiter ins Lunacy am Hamburger Berg, als nach dem Saal auch der Keller seine Pforten schloss. Dort lief auch noch sehr brauchbare Musik, die allerdings nur für eine Hälfte unserer Begleiterinnen interessant war, denn ihre Freundin ist Anhängerin elektronischer Musik. Zum Glück bedeutete das nicht gleich ihren vorzeitigen Abgang und so quatschten wir noch eine Weile, bis wir schließlich irgendwann um acht Uhr morgens rum den Heimweg antraten. Dabei stellte sich heraus dass die beiden Mädels wohl tatsächlich nur genau ein Mal im Monat im Kaiserkeller sind und es bis zum nächsten Wiedersehen also noch ein wenig dauert. Aber um es mit den Worten meiner Begleiterin beim Abschied zu sagen:"Das klappt!"

Dienstag, 6. September 2011

Nachträge

In meinem letzten Post blieben ja noch ein paar Fragen offen. Nun also die ein oder andere Antwort!

Von den leckeren Nudeln und dem wider Erwarten nicht ganz so leckeren (Eis-) Tee hatte ich kurz berichtet. Die Sandwiches schmeckten auch sehr lecker, die sind auch ziemlich frisch, halten dafür aber nicht so lange laut Aufdruck. So habe ich mir die letzten heute zum Mittag gegönnt. Da werde ich bestimmt des Öfteren drauf zurückgreifen.
Die Zitronenrolle war dann auch tatsächlich das, wonach es aussah, nämlich eine Zitronenrolle. Insofern keine geschmackliche Überraschung, sondern einfach schön süß und lecker. Da kann man auch mal wieder zugreifen. Nur bei den Getränken muss ich dann eben mal genauer hinschauen oder eben doch die Cola wählen.

Eine weitere Sache betraf einen Test einer gewissen sanitären Einrichtung. Jemand verlangte nach "Toiletten-Stories". Und hier ist nun also die ganze, ungeschminkte Wahrheit:
Ich dachte mir, bevor ich nach der Arbeit sowieso unter die Dusche gehe, kann ich die Zusatzfunktionen meines wassergespülten Klosetts ja auch mal unverbindlich testen.
Wie bereits berichtet, gibt es zwei mehr oder eher weniger verschiedene Funktionen: "Spray" und "Bidet". Als ich mich schon zum Test entschloss, wollte ich es auch genau wissen und probierte beides aus. Wenn man sich die Piktogramme genau ansieht, erkennt man auf der rechten Seite, also bei "Bidet" eher eine Frau, während das linke Piktogramm einen Hintern darstellen soll. Soviel zur Theorie.
Ich bin ganz einfach von links nach rechts vorgegangen und startete also mit "Spray". Wie das Bildchen eines mit einem Wasserstrahl verwöhnten Hinterteils bereits vermuten lässt, handelt es sich bei dieser Funktion um einen zielgerechten Wasserstrahl zur After-Region. Interessanterweise ist das Wasser sogar warm, das hatte ich nicht vermutet. Es ist schon ein sehr ungewöhnliches Gefühl und ich weiß nicht, ob ich dem wirklich etwas abgewinnen kann, aber eines kann man ganz objektiv sagen: Wenn es um Reinigung der rektalen Zone geht, kann so eine Spülfunktion mit Sicherheit sehr nützlich sein. Spart auf jeden Fall das feuchte Toilettenpapier.
Wie dem rechten Piktogramm nach schon zu vermuten ist, eignet sich die "Bidet"-Funktion eher für Frauen. Im Grunde ist es ein genauso gezielter Wasserstrahl, nur befindet sich die angepeilte Region weiter vorne am Körper. Wenn man also nicht gerade versuchen will, sich die Schamhaare an den Hoden zu shampoonieren, ist diese Einstellung für Männer uninteressant. Als Frau kann sie als Reinigungsfunktion dienlich sein, das jedoch kann ich nicht aus eigener Erfahrung berichten. Falls ich eine weibliche Person treffen sollte, die sich zum Test bereit erklärt oder aus vorher gemachten Erfahrungen berichten kann, werde ich einen Nachtrag zum Nachtrag verfassen. Gerechnet werden sollte damit allerdings nicht.

Achievement unlocked!
Use Bidet (+ clean Ass)

Dienstag, 30. August 2011

In blackest night...

Meinen letzten Urlaubsmittwochabend verbrachte ich zusammen mit Danica, Franzi, Hannes und Bonsch im Kaiserkeller, wo die wöchentliche Schwarze Nacht stattfand. Die musikalische Untermalung lief unter dem Motto "Gothic, Wave, Electro & Mittelalter", wobei gerade letztere Stilrichtung in maximal so viel Songs vorkam, wie ich Finger an einer Hand besitze. Nun ja, ich bin ja generell weder Musikkritiker noch sonderlich bewandert in Genres oder Stilen, dennoch fand sich in den meisten Stücken meiner Meinung nach ein recht hoher elektronischer Anteil, teils wohl eher Wave-zugehörig, teils schon ins Industrial gehend. Insgesamt schien die Mischung aber einigermaßen zu passen, denn entgegen meiner Vermutung war die Tanzfläche tatsächlich des Öfteren von mehr als ein, zwei wankenden Besuchern bevölkert. Nur konnte ich für meinen Geschmack mit vielen der gespielten Tracks nicht wirklich etwas anfangen, was mir zeigt, dass ich mich wohl nicht gerade der "schwarzen Szene" zugehörig rechnen darf, nur weil ich gerne ASP höre. Immerhin ist der Eintritt zur Schwarzen Nacht immer frei (es werden nur 2,-€ Mindestverzehr fällig, sprich ein Getränk) und manchmal sieht man eben auch recht hübsche Mädels dort auflaufen, noch dazu in immer wieder interessanten Outfits. Auf der anderen Seite tauchen auch teils sehr schräge Gestalten dort auf. Ein Mitglied der etwas älteren Fraktion, der Bonsch und mir bei einem vorigen Besuch ebenfalls schon aufgefallen war, lungerte auch an diesem Abend wieder in der Nähe der Tanzfläche und beäugte das Geschehen. Er schien in dem einen oder anderen Moment auch eins mit der Musik zu sein, so wie er an der Säule hing.
Um Punkt vier Uhr ging dann das Licht an und es wurde Paulchen Panther gespielt. Zu der Zeit waren Hannes und ich schon vom Rest verlassen worden. Wir warteten mehr oder weniger auf die ersten fahrenden Züge und durch den frühen Feierabend im Kaiserkeller und den nach den Stunden der Trinkerei einsetzenden Hunger entschieden wir uns für einen Besuch des nahen Burger Kings. Ich hatte noch ein paar Gutscheine, so dass wir uns ein nettes Menü zusammenstellen konnten. Die beiden an der Kasse, die in der Tat wie Vater und Sohn aussahen (und der Sohn auch noch irgendwie... unvorteilhaft), bedienten uns mehr oder weniger freundlich und kompetent, bis dann ein paar Typen aufkreuzten, die wohl meinten, etwas anderes bestellt zu haben, als sie bekommen hatten. So klang es jedenfalls aus dem Geplärre heraus, während dessen Hannes auf seinen Burger warten musste. Ich dachte auch schon, nachdem sich auch noch zwei Mädchen, die zwischenzeitlich hereingekommen waren, lauthals einmischten, dass die Situation unter Umständen eskalieren würde, aber scheinbar hatten die Deppen die Nähe zur Polizeiwache im Hinterkopf, denn es blieb bei einem verbalen Schlagabtausch. Dennoch sahen Hannes und ich zu, dass wir unsere Burger verputzten und uns aus dem Staub machten.

Samstag, 13. August 2011

Very nerdy

Um mal ein witziges, kleines Stück Nerdtum an den Mann zu bringen: Dieses Video ansehen und lachen. Ich find's einfach nur lustig und die dahintersteckende Kritik an der DLC-Politik mancher Hersteller ist ja durchaus nicht unberechtigt.

Montag, 25. Juli 2011

"Frauen sind keine Actionhelden, sie haben Arschlöcher"

Was für ein Statement! Und was für ein toller Post-Titel! Irgendwann im Verlaufe des vergangenen Samstagabends kam das Thema auf, dass sämtliche Actionfilme (und damit deren Helden) ja völlig unrealistisch seien, weil nie jemand auch nur mal pinkeln müsste, geschweige denn kacken. Ich weiß nicht mehr genau, wie es dann weiterging, aber irgendwann kam dann (ich meine zu erinnern, von Alex) der Satz "Frauen sind keine Actionhelden", was ich um die vorhergehende Erkenntnis, das Actionhelden wohl über keine Arschlöcher verfügen, im Negativ ergänzte und so zu einem perfekten Post-Titel kam.
Überhaupt war der Tag wieder mal extrem spaßig. Das fing schon damit an, dass mir kurz vor der Abfahrt in Richtung Itzehoe einfiel, dass ich eigentlich eine Art Gutschein für den guten Markus hatte anfertigen wollen, ob der ganzen anderen Dinge, die mir im Kopf rotierten, aber dummerweise vergessen hatte. Auf kurzfristige Anfrage bei Bonsch musste der ob meiner Unfähigkeit ein wenig lachen, wusste aber auch keinen anderen Ausweg, als das Ganze dann eben auf mündlichem Wege kund zu tun. Das fand dann auch zu späterer Stunde statt, indem er und ich alternierend unsere Ideen vortrugen, die Markus verständlicherweise auch zusagten.
Bevor Bonsch und ich jedoch zu unserem Vortrag kamen, absolvierten Flo, Hannes, Bonsch, Markus und ich unser sportliches Training für dieses Jahr. Zumindest vier von uns kam das im Verlaufe des Abends so vor. Was unsere Gurkentruppe beim Fußball so zustande brachte, reichte bisweilen nur noch zum Zusammenbrechen - vor Lachen, versteht sich. Meine Güte, haben wir wild in der Gegend rumgebolzt. Das Tor war zwar zumeist das angepeilte Ziel, aber getroffen wurde dann doch weniger oft als gewollt. Letzten Endes aber hatten wir einfach nur Spaß und das steht dann über der Zahl der geschossenen Tore.

A Meet & Greet with Windows Vista

Gestern wollten Hannes und ich den Tag nutzen, um sein Laptop aufzuforsten beziehungsweise neu aufzusetzen. Da rechnet man ja nicht gerade mit nur fünf Minuten Arbeit, aber eigentlich sollte sich das dennoch relativ zügig erledigen lassen. Ich hatte ja sogar schon vorgesorgt und eine Vista DVD aufgetrieben, die bei dem Laptop wohl nicht einmal beilag.
Derart gewappnet, machten wir uns ans Werk. Bevor wir irgendetwas installierten, sammelten wir natürlich Informationen über Programme, die Hannes auf seinem Rechner dringend benötigt und wir also wieder installieren mussten. Darüberhinaus machten wir sicherheitshalber Kopien von allen Dokumenten und Bildern, damit nichts verloren gehen konnte.
Nachdem wir damit fertig waren, ging es ans installieren von Windows Vista (leider das einzige Windows, für das dem Laptop ein Product Key beilag) oder besser: Es sollte ans Installieren gehen, denn auch nach mehreren Versuchen schien das Setup nicht starten zu wollen. Schlimmer noch, aus unerfindlichen Gründen schaltete sich das Laptop auch noch immer wieder aus, selbst als ich nur im BIOS die Bootreihenfolge ändern wollte. Dafür konnten wir letztlich auch keine Erklärung finden, für das Nicht-Funktionieren des Setups stießen wir aber nach einer geraumen Weile eher zufällig auf ein sehr einfaches Problem - die falsche Disc lag im Laufwerk! Was für eine peinliche Aktion! Nach einem Wechsel der Scheibe kam dann die Erlösung in Form des Vista-Setups auf den Bildschirm. Das Setup zeigte sich glücklicherweise problemlos und kurze Zeit darauf präsentierte sich uns wieder der Desktop, wenn auch in augenfeindlicher Auflösung.
Um für die nun folgende Treiberinstallation vorbereitet zu sein, hatte ich vor der Neuinstallation extra einen Screenshot vom Gerätemanager gemacht, der auch sehr hilfreich bei der Suche nach Treibern war. Interessanterweise ließ sich aber der originale Treiber von AMD (ATI) für die Graphikkarte nicht installieren, auch nach mehreren Versuchen scheiterte die Installation an angeblich inkompatibler Hardware. Die Suche nach einem passenden Treiber gestaltete sich in diesem Fall also weit komplizierter als angenommen, letzten Endes fanden wir in den Tiefen der Toshiba Webseiten doch noch eine funktionierende Version.
Als wir langsam Treiber und Programme installierten und die Bilder und Dokumente zurück kopierten, um einen nutzungsfähiges System herzustellen, ließen wir uns auch immer wieder verlocken, ein paar kurze (oder auch weniger kurze) Runden Minigames wie Porrasturvat oder Momentum Missile Mayhem zu zocken, was uns natürlich auch wieder aufhielt, wenngleich auch mit Spaß dabei.
Am Ende des Abends (oder am Anfang der Nacht?) war das Laptop dann soweit wieder einsatzbereit und wird Hannes hoffentlich wieder gute Dienste leisten können. Leider war es mittlerweile jenseits von Mitternacht und so entschloss Hannes sich auf mein Angebot hin, bei mir zu bleiben, um wenigstens etwas Schlaf zu bekommen. So verbrachten wir wohl beide unsere Arbeitszeit heute relativ übermüdet aber in dem guten Gewissen, etwas geschafft zu haben.

Samstag, 2. Juli 2011

Was für eine Woche...

Meine Fresse, was im Verlauf der letzten sieben Tage alles so passiert ist um mich rum...

Fing damit an, dass Franzi mir vergangenen Freitag eine SMS schrieb, dass unsere Firma sowie zwei Schwesterunternehmen vom Konzern veräußert werden sollen. Ich war zu dem Zeitpunkt gerade auf dem Weg zum Pudong Airport in Shanghai und war froh, dass ich nicht selbst gefahren bin. Ich wäre wahrscheinlich in einer Leitplanke geendet. Es war zwar nicht komplett überraschend, aber die Tatsache, dass die Ankündigung doch so plötzlich und bestimmt kam, war schon etwas krass. Nun ja, man soll ja nicht immer alles nur negativ sehen und vielleicht auch eine Chance in dieser Situation erkennen.

Das ultimative Arschloch-Highlight kam dann am Mittwochmorgen, als ich in einer Mail las, dass in ein paar Damentoiletten in unserer Firma Kameras entdeckt wurden. Das ist kein Witz! Richtig oberübel wurde das dann, als sich herausstellte, dass die nicht von irgendeinem Unbekannten installiert wurden, sondern von einem Mitarbeiter, mit dem ich sogar hin und wieder zusammengearbeitet hatte. Absolut unglaublich und ich hätte nicht damit gerechnet. Ich war und bin immer noch ziemlich geschockt von den Abgründen, die sich manchmal in so unmittelbarer Nähe zu einem selbst auftun können. Man kennt derartige Ereignisse ja eigentlich nur aus Filmen, aber man rechnet eben nie damit, dass es wirklich mal bei einem um die Ecke oder sogar noch näher passiert. Auch wenn ich nicht direkt betroffen bin, aber da ich mit wenigstens drei Kolleginnen ein bisschen mehr zu tun habe als nur eine Begrüßung auf dem Gang bin ich schon betroffen. Kann man nicht nachvollziehen, aber das ist wahrscheinlich auch gut so.

Immerhin konnten wir uns am Abend angenehm mit dem neuesten Streifen von Michael Bay ablenken, Transformers 3 in 3D war nämlich angesagt. Und das hat mal wieder anständig gerockt, was für eine Materialschlacht. Saucoole Action, fette Explosionen und mit Shockwave mal ein richtig geiler Decepticon (der mich leicht an den Cycloid erinnert). Einziger Minuspunkt: Das neue Blondchen ist ja mal sowas von überflüssig! Diese künstlichen Lippen, der doofe Blick und dann bloß durchs Kriegsgebiet auf High Heels - aber die Szene mit Megatron kurz vor Ende war die Oberhärte! Ich verrate keine Details, aber das war echt nur hohl, als wenn Megatron eine Frau wäre, die sich mit solchen Sprüchen irgendwie beeindrucken ließe... oh man! Nichtsdestotrotz natürlich ein sehenswerter Film.

Zum Thema sehenswert fällt mir auch Bad Teacher ein, den ich am Donnerstag mit Hannes gesehen habe. Nachdem wir am Anfang kurz die Befürchtung hatten, wir wären doch in einem Frauenfilm gelandet, legten sich diese Bedenken zum Glück recht schnell. Der Film hat ein paar echt witzige Szenen und gerade der Sportlehrer trägt einen Großteil dazu bei. Kann man sich also durchaus mal anschauen, macht garantiert auch mit weiblicher Begleitung Spaß (solange die weibliche Begleitung Spaß versteht und den ein oder anderen Gag unter der Gürtellinie akzeptieren kann).

Nach dem Film haben Hannes und ich uns noch ein paar leckere Cuba Libre in der Bar an der Dag Hammerskjöld-Brücke gegönnt und über Gott und die Welt geschnackt. Dabei konnte ich auch eine Sache ansprechen, die mir seit meiner Rückkehr auf der Seele lag. Glücklicherweise konnten wir das Thema ganz in Ruhe besprechen und es bedeutete keine Beeinträchtigung unserer Freundschaft, was mir das wichtigste daran war. In diesem Sinne - Danke Hannes!

Noch eine traurige Meldung zum Schluss: Nach langem Dienst an meiner Seite musste ich am gestrigen Nachmittag meine fünf-bis-zehn-Euro-Badelatschen leider beerdigen. Sie haben tapfer mit mir geduscht, meine Tritte ertragen und mich sicher durch die Pfützen geleitet.
Was für ein Glück ich hatte, dass gerade am Freitag bei Reno eine 20% Rabatt-Aktion lief, sodass ich für meine neuen Badelatschen gerade mal 7,96 € bezahlen musste. Toll!